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MRSA: In der Klinik infiziert Hans-Werner Rudloff

 
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mike
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Anmeldungsdatum: 19.12.2005
Beiträge: 4877

BeitragVerfasst am: 01.03.2011, 19:00    Titel: MRSA: In der Klinik infiziert Hans-Werner Rudloff Antworten mit Zitat

MRSA: In der Klinik infiziert
Hans-Werner Rudloff macht seine Leiden öffentlich und hilft anderen Betroffenen weiter

Hans-Werner Rudloff leitet den Arbeitskreis für Medizingeschädigte in Sachsen-Anhalt. Als Betroffener hilft er anderen Betroffenen über das Internet.

Wittenberg/Meuro (aw). “2003 wusste hier noch keiner etwas über Krankenhauskeime“, sagt Hans-Werner Rudloff und berichtet, dass nach einer OP seine Wunden nicht mehr heilen wollten. Ein Jahr herrschte Ungewiss-heit, ein Jahr kämpfte Rudloff vergeblich mit den Schmerzen, dann bestätigte sich: “Ich hatte mich mit Multi-Resistente-Staphylococcus-Aureus infiziert.“

Gegen die Antibiotika resistenten Bakterien gab es kein Mittel: Scheibchenweise ließ sich Rudloff sein linkes Bein amputieren, bis alle Keime entfernt waren. “Jeder Zehnte steckt sich im Krankenhaus mit MRSA an, jährlich infizieren sich bundesweit ungefähr eine Million Patienten und etwa 40.000 sterben daran.“ Geschätzte Zahlen, denn eine konkrete Statistik fehle: “Eine generelle Meldepflicht gibt es nicht, nach dem Infektionsgesetz müssen Kliniken nur das gehäufte Auftreten der Keime dem Gesundheitsamt melden. Aber ab wann beginnt ein Haufen?“

Die Amputation veränderte das Leben des damals 55-jährigen Geschäftsmanns drastisch. Sein Rundfunkgeschäft in Piesteritz übernahm einer der ehemaligen Angestellten und auch das Hobby, die Herpetologie und Terrarienkunde, musste er aufgeben. Es kam eine Krankheit nach der anderen dazu: “Von der Brust an ist bei mir alles künstlich“. Am Anfang versuchte er noch über die Politik Druck zu machen, schließlich war Rudloff Mitbegründer der SPD in Wittenberg, doch: “Politik ist viel zu träge, viel zu langsam, das hängt mit nicht Wollen zusammen.“ MRSA werde einfach ignoriert.

Dass jeder schon einmal mit MRSA-Keimen zu tun hatte, erkenne man an eiternden Wunden: “Unser Immunsystem regelt das meistens problemlos.“ Das könne sich aber ändern, wenn das Immunsystem geschwächt ist, wie zum Beispiel nach einem medizinischen Eingriff: “Da muss neben der Wundversorgung auch noch Antibiotika her, ist aber der Keim resistent gegen Antibiotika, kann ein kritischer Zustand entstehen.“ Stirbt ein Patient daran, brauche MRSA im Totenschein nicht zu stehen.

“Schuld an der Verbreitung der Keime ist einerseits eine mangelhafte Hygiene, andererseits die übertriebene Gabe von Antibiotika“, sagt Rudloff. Inzwischen gebe es mehr als 1.000 verschiedene MRSA-Bakterien, gehäuft in der Altenpflege. Auch ein Arzt, der ständig Kontakt mit MRSA hat, werde nicht getestet. Eine Geheimhaltung trage zur weiteren Verbreitung bei. Der Arbeitskreis Medizingeschädigter (AKMG) fordert neutrale Gutachten: “Der Knackpunkt ist die Haftpflichtversicherung, die Ärzten vorschreibt, nichts schriftlich einzugestehen.“ Aber gerade von Medizinern bekommt Rudloff Unterstützung: “Ärzte sind froh, wenn ein Außenstehender etwas unternimmt“.

Dass MRSA in den Kliniken bekämpft werden kann, beweisen die Niederlande: “In Holland sterben weniger als 0,1 Prozent der Infizierten, wogegen es bei uns 3,4 Prozent sind.“ Hans-Werner Rudloff kämpft dafür, dass ein Test Pflicht wird: “Ist ein Menschenleben keine 15 Euro wert? Mehr kostet der Test nicht.“ Sein Rat: “Jeder, der ins Krankenhaus muss, sollte vorher ein MRSA-Screening in einem neutralen Labor machen.“ Wenn es in den Medien um das Thema Medizingeschädigte geht, wird Hans-Werner Rudloff geholt. Zu Gast war er schon bei “Ein Fall für Escher“, bei privaten Fernsehanstalten und jetzt hat er eine Einladung für die WDR-Sendung “Planet Wissen“.

Rudloff leitet seit 2005 den Arbeitskreis für Medizingeschädigte (AKMG) in Sachsen-Anhalt: “Meine Aufgabe ist es aufzuklären, Betroffene an die richtigen Leute weiterzuleiten. Leider liegt in Deutschland die Beweispflicht beim Geschädigten und wer sich im falschen Moment an den falschen Ort begibt, hat später keine Chance mehr eine unverfälschte Krankenakte zu bekommen.“ Diese müsse man sich über einen Rechtsanwalt mit einem Paukenschlag holen. “Leute, die ins Krankenhaus gehen, sollen sich vorher im Internet informieren.“

Mehrere Stunden betreut Rudloff als Moderator MRSA-Betroffene über das Internet. So konnte er vor kurzem einer 16-jährigen zu ihrem Recht verhelfen. “Nach einer Nasenscheidewand-Operation heilten ihre Wunden nicht, ihr musste die halbe Nase entfernt werden.“ Auch auf dem Schweizer Internetportal - unzulässige Wortwahlsymptome.ch - moderiert er und schreibt Beiträge, auch die zum Portal gehörenden Wiki-Seiten über MRSA. Das Interesse an Aufklärung da ist, zeigen eine Million Zugriffe im Monat. Stolz ist er auf das bisher Erreichte: “Wir haben so viel Druck gemacht, langsam werden wir gehört.“

Der Arbeitskreis Medizingeschädigter (AKMG) wurde 1995 gegründet. Im Vorstand sind nur Betroffene, die selbst oder deren Angehörige Opfer einer Fehlbehandlung wurden. Für Mitglieder bietet der AKMG kostenlos Beratung. Jeden letzten Donnerstag im Monat gibt es von 15 bis 18 Uhr kostenlose Telefonsprechstunden mit Anwälten für Medizinrecht. Auch Nichtmitglieder dürfen anrufen: unzulässige Wortwahlakmg.de

Quelle/Link:.wochenspiegel-web.de/scms_show_data.php?mode=detail&category=25&entry=20161#&slider1=1

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