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"Ich kann das Wort Schicksal nicht mehr hören"

 
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mike
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Anmeldungsdatum: 19.12.2005
Beiträge: 4877

BeitragVerfasst am: 17.04.2008, 08:43    Titel: "Ich kann das Wort Schicksal nicht mehr hören" Antworten mit Zitat

"Ich kann das Wort Schicksal nicht mehr hören"

Monika Hauser über die Arbeit des Bundesverbands Medizingeschädigter

ISNY - Sämtliche Nachrichtenagenturen und Fernsehsender in Deutschland haben Monika Hausers Adresse. Die Isnyerin ist Vorsitzende des Bundesverbands für Medizingeschädigte. Redakteurin Stefanie Böck hat sie in ihrem Büro in Kleinhaslach besucht und mit ihr über ihre Arbeit und das Wort "Schicksal" gesprochen.

SZ: Frau Hauser, Sie waren im März auf RTL bei "Die große Reportage" im Fernsehen zu sehen. Um was ging es?

Monika Hauser: Um Behandlungsfehler. Fast 90 Prozent der Menschen, die zum Thema Ärztepfusch in den Medien auftauchen, haben wir vermittelt. Die Opfer von Ärztefehlern sind Mitglieder im Arbeitskreis Medizingeschädigter. Der Hauptsitz des Bundesverbands mit 16 Arbeitskreisen ist hier, in Isny-Kleinhaslach.

SZ: Warum ausgerechnet Isny?

Hauser: Ganz einfach: Weil ich hier wohne. Früher habe ich von zu Hause aus gearbeitet. Im Jahr 2000 haben wir mit Hilfe der Schwäbischen Zeitung dieses Büro hier in der Salzstraße gefunden.

SZ: Seit wann gibt es den Arbeitskreis Medizingeschädigter?

Hauser: Er wurde 1995 in Wangen gegründet. Mit dem Vorstandswechsel wurde der Hauptsitz nach Isny verlagert. Angefangen haben wir mit 20 Mitgliedern, heute haben wir rund 700. Zehn bis 15 Mitglieder leben in Isny.

SZ: Was tun Sie für Ihre Mitglieder? Finanzieren Sie Prozesse gegen Ärzte?

Hauser: Nein. Wir geben Tipps zur Vorgehensweise, informieren, klären auf und stellen Kontakte her. Es gibt immer am letzten Donnerstag im Monat von 15 bis 18 Uhr eine kostenlose Fragestunde mit Fachanwälten für Medizinrecht, Foren, in denen sich Betroffene austauschen können und eine Verbandszeitschrift, die über andere Fälle berichtet. Und das wichtigste: Wir hören zu. Im letzten Jahr gingen rund 17 000 Anrufe bei uns ein. Das sind 50 pro Tag.

SZ: Von welchem Geld bezahlen Sie Ihre Mitarbeiter?

Hauser: Die Vorstände arbeiten alle ehrenamtlich. Wir haben zwei Angestellte auf Minijob-Basis für die Büroarbeit. Die bezahlen wir von unseren Mitgliedsbeiträgen. Letztes Jahr haben wir einmal eine Spende bekommen. Ein Arzt musste für fahrlässige Tötung 1500 Euro Strafe zahlen. Das Gericht hat uns den Betrag überwiesen.

SZ: Was kostet die Mitgliedschaft?

Hauser: 50 Euro im Jahr. Viele Hartz-IV-Empfänger können sich schon das nicht leisten. Da machen wir Ausnahmen, verlangen weniger oder gar nichts.

SZ: Ihr Credo ist "Betroffene helfen Betroffenen". In den Vereinsvorstand kann nur, wer selbst geschädigt ist oder ein geschädigtes Familienmitglied hat. Was ging bei Ihnen schief?

Hauser: Seit einer Schmerzpumpenimplantation habe ich eine inkomplette Querschnittslähmung. Ich kann ohne Krücken nur wenige Meter gehen. Ansonsten brauche ich den Rollstuhl. Vor der Operation konnte ich normal laufen.

SZ: Sie hören täglich von Fehlern bei Eingriffen. Haben Sie noch Vertrauen in die Medizin?

Hauser: Selbstverständlich! Der Name "Arbeitskreis Medizingeschädigter" klingt zwar nach einem Angriff auf die Ärzteschaft. Ist es aber nicht. Wir arbeiten mit vielen Ärzten gut und erfolgreich zusammen. Es gibt in jeder Branche schwarze Schafe. Wir appellieren an die, die sauber schaffen. Wir wollen keine Angst verbreiten, sondern präventiv arbeiten.

SZ: Sie haben eine Zehn-Punkte-Liste, die erklärt, was sich ändern soll. Was ist Ihnen persönlich am wichtigsten?

Hauser: Dass Arzt und Patient auf einer Augenhöhe sind. Ärzte sind keine Götter in Weiß. Es können Fehler passieren, aber sie sollen dafür gerade stehen. Die Zehn-Punkte-Liste haben wir mit unserem Kooperationspartner, dem Privaten Netzwerk Medizingeschädigter, erstellt.

SZ: Sie meinen, damit könnten Ihre Mitglieder ihre Schicksale besser ertragen.

Hauser: Ich kann das Wort "Schicksal" nicht mehr hören. Wenn Sie raus gehen und Ihnen fällt ein Ast auf den Kopf, das ist Schicksal. Wir kennen Ärzte, denen dauernd Fehler passieren. Das lässt sich vermeiden.


Quelle/Link: szon.de vom 17.04.2008
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Aegroti salus suprema lex.
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